Michael Müller hat eine Karriere-Idee für Franziska Giffey
Michael Müller traut Franziska Giffey im Bund alles zu. Doch Giffey könnte auch Müller nachfolgen. Sie wird als SPD-Kandidatin für sein Amt gehandelt.
Die Schlingernde Partei Deutschlands (SPD) sucht weiter intensiv nach sich selbst – und findet gerade per Mitgliederentscheid eine neue Parteichefin nebst Parteichef (mit Olaf Scholz eher umgekehrt). Eine eigentlich aussichtsreiche Berlinerin wäre Franziska Giffey, die bei ihrer Plagiatsaffäre gerade mit einer Rüge davongekommen ist und damit politisch wieder ungerügt agieren darf. Da dies fürs Parteirennen aber zu spät kam, bleiben der Bundesfamilienministerin und Neuköllnerin der Herzen noch zwei Optionen auf eine dritte Karriere: spätere Kanzlerkandidatin der SPD, falls die Partei sich traut eine aufzustellen und falls sie dann an den neuen Parteichefs vorbeikommt, oder Kandidatin als Regierende Bürgermeisterin von Berlin. Laut einer repräsentativen Umfrage wünscht sich eine Mehrheit der Berliner, dass Giffey 2021 für die SPD antritt. Fragen wir doch mal Michael Müller, gerade wieder ganz gerne amtierender Regierender. „Sie kann schon noch Kanzlerkandidatin werden“, antwortet Müller dazu spontan.
Eine formal richtige Antwort – genauso möglich ist natürlich die andere Option. In der Berliner SPD wird gerade in vielen Runden Strategie gespielt; auch Juso-Chef Kevin Kühnert soll dabei noch Karten in der Hand haben. Formal sieht die Sache so aus: Im Mai 2020 wählt ein Parteitag den SPD-Landesvorstand neu, schon im Herbst könnte eine Spitzenkandidatin nominiert werden. Oder auch erst im Frühjahr 2021. Oder auch ein Spitzenkandidat. „Die Karten werden permanent neu gemischt“, heißt es aus Parteikreisen. Aufgemischt wird die SPD jedenfalls schon lange – von sich selbst.