So lief die Leser-Debatte mit Raed Saleh
Er wolle keine Faschisten in Spandau, sagte Raed Saleh zu Plänen einer AfD-Zentrale. Mit Checkpoint-Lesern sprach er nun über die Debattenkultur in Deutschland.
Aus der Mietendeckelrunde verabschiedet hatte sich am späten Freitagnachmittag für knapp eine Stunde SPD-Fraktionschef Raed Saleh, um wie angekündigt, mit unseren Leserinnen und Lesern zu diskutieren. Kernthema: Die AfD und ihr anvisiertes (jetzt-doch-nicht) Bürohaus in Spandau, der Umgang mit einer demokratisch gewählten, aber doch rechtsextremen Partei und Salehs Aussage, er wolle im Bezirk keine Faschisten. Oberthema: Wie wollen wir miteinander reden? Und, um das ganz große Fass aufzumachen (sind ja immerhin 60 Minuten): Wie wollen wir in Deutschland leben?
20 Gäste, mehr Männer als Frauen, alt und jung, etwa ein Drittel Saleh-Gegner, ein Drittel Unterstützer, ein Drittel Enthaltungen. Es wurde persönlich (von der eigenen Baufirma, von Begegnungen mit Geflüchteten, von der Jugend in Spandau und Debatten innerhalb der Familie, Freunde, Kollegen). Es wurde laut („Das ist eine Lüge!“). Falsche Dinge wurden behauptet und richtige Dinge in Frage gestellt. Es wurde grundsätzlich. Was ist Faschismus, was Demokratie? Muss man miteinander reden? Bis zu welchen Grenzen? Darf man von einem auf alle schließen? Wer pauschalisiert? Welche Rolle haben die Medien? Welche die SPD?
Es wurde zugehört.
Wer etwas sagen wollte, stellte sich kurz vor. Hatte, wenn es auch mal Zwischenrufe gab, die Aufmerksamkeit aller. Reden, streiten, diskutieren. Deshalb war man hier. Gegen Ende sagt Saleh: „Ich brauche keine AfD in diesem Land.“ Ein anderer Mann sagt: „Schwachsinn.“ Und Saleh: „Nehmen Sie mir nicht meine Meinung weg.“ Kurz wird geschmunzelt. Einig ist man sich vor allem darin, dass die Diskussion fortgesetzt werden sollte. Saleh will nochmal einladen. Gerne in eine Kneipe nach Spandau.