Berliner Proteste für Demokratie in Moskau und Minsk
Daria Dudlay: Die junge Juristin steht frierend vor dem Brandenburger Tor und erinnert hier in ihrem extra dafür genommenen Urlaub an ermordete oder inhaftierte Kremlkritiker. Gemeinsam mit Aktivisten der russischsprachigen Diaspora kämpft sie in einem „Demokratie-Camp“ für ein Land, dass Berlin immer noch nahe ist und doch immer ferner erscheint. „Wir wollen nicht, dass Putin und Russland gleichgesetzt werden“, sagt sie (Reportage hier).
Julija Slcukaja: Die Journalistin sitzt seit Dezember in Minsk in Haft, weil sie ihrem Beruf nachgegangen ist: zu recherchieren und zu sagen, was ist. Die Direktorin des Belarussischen Presseclubs wurde politisch verurteilt wegen angeblicher Steuerhinterziehung. Nun kann man ihr und 300 weiteren politischen Gefangenen in der Diktatur nebenan einen Brief schicken und Mut machen (einfach hier schreiben). Die bedrückende wie beeindruckende Aktion der Gesellschaft für Osteuropakunde, der Evangelischen Kirche und des Demokratiezentrums „Vjasna“ zeigt: Menschenrechte sind unteilbar. Und für das einst geteilte Berlin liegt Osteuropa gleich um die Ecke. Lassen wir die Menschen dort nicht alleine stehen.