Brandenburg macht dicht, Berlin fährt zum Einkauf nach Polen
Eine Regelungslücke ermöglicht Shoppingtourismus nach Polen und deutliche Worte des Ostbeauftragte zur Lage in Sachsen. Ein Blick zu den Nachbarn.
Draußen im Lande tobt das Rennen gegen die Zeit, die im Sommer verplempert worden ist.
Blick nach Brandenburg: In Senftenberg ist man noch früher als Berlin in den Lockdown gegangen; in der ausgeleerten Fußgängerzone (Reportage hier) herrscht Nachdenklichkeit. „Die erste Welle war sehr schwach, jetzt schlägt es zu“, sagt ein Passant. Im ersten Lockdown hielt er die Maßnahmen für übertrieben. „Jetzt ist es aber sinnvoll. Vielleicht ist es sogar zu spät.“
Blick nach Sachsen: Die Landkreise Zwickau, Bautzen, Sächsische Schweiz und Görlitz weisen bundesweit die höchsten Fallzahlen auf (interaktive Deutschlandkarte hier). Marco Wanderwitz, Ostbeauftragter der Bundesregierung und selbst aus dem Erzgebirge, sieht „die Lage in weiten Teilen Sachsens sehr kritisch“. Regeln müssten strikt durchgesetzt und möglicherweise sogar verschärft werden. Dabei mit Corona-skeptischen Leuten zu sprechen, „macht Sinn“, sagt Wanderwitz dem Checkpoint, räumt aber ein: „Nicht alle werden erreichbar sein für sinnvolle Sachargumente.“
Blick nach Polen: Hier können Berlinerinnen und Berliner immer noch Feuerwerk einsacken, während Brandenburg in einer Quarantänepflicht versackt (Hintergrund hier). „In hohem Maße irritiert“ zeigt sich Uwe Meier, Sprecher der Stadt Frankfurt (Oder), über diese Lücke in Berlins Coronaregeln, die der Senat bis Redaktionsschluss nicht erklären konnte. So pendeln Shuttlebusse weiter über die Grenze für billige Zigaretten. Da kocht einem schon mal die Glut hoch.