Umstrittene Trikotnummer 88 darf in Berlin weiter getragen werden

Apropos gefährlich: Das Präsidium des Berliner Fußballverbandes (BFV) ist mit einem Antrag gescheitert, die Rückennummer 88 im Berliner Amateurfußball zu verbieten – nun schon zum zweiten Mal. „Die Nummer 88 ist unbestritten ein Symbol von Rechtsextremisten“, sagte BFV-Präsident Bernd Schultz dem Checkpoint. Die Zahl gilt als Nazi-Code für den strafbaren Gruß ‚Heil Hitler‘. Dass sich bei der Mitgliederversammlung keine Mehrheit fand, bezeichnete Schultz als „enttäuschend. Denn wir positionieren uns gegen alle antidemokratischen Kräfte in dieser Stadt“.

Gescheitert ist der Antrag unter anderem am Widerstand des Tempelhofer Fußballvereins BFC Germania 1888 – der sein Gründungsjahr angegriffen sah. „Wir sollten darauf stolz sein, dass wir in Berlin den ältesten Fußballverein haben“, sagte Germania-Vorstandsmitglied Wolfgang Krüger dem Checkpoint. Mit dem Verbotsantrag habe der Verein sich vorverurteilt und in die Enge getrieben gefühlt. „Das Schlimme sind ja nicht die Zahlen, sondern die Menschen, die sie für politische Zwecke nutzen.“ Es müsse konkretes Fehlverhalten geahndet werden, statt pauschal Trikotnummern zu verbieten. „Sonst haben wir ja bald keine Zahlen mehr.“

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