„Telefon beiseitelegen“: Berliner Sternerestaurant will nicht, dass Essen fotografiert wird
Die Betreiber des Sterne-Restaurants „Nobelhart & Schmutzig“ wollen, dass sich ihre Gäste wohlfühlen – ohne Sorge, von Fremden fotografiert zu werden. Es gibt jedoch Ausnahmen. Von Björn Seeling.
Das Smartphone isst mit – bei vielen Restaurantgästen gehört es zum Essen dazu wie Messer und Gabel. Bevor sie reinhauen, wird rausgehauen, und zwar eine Story für Social Media. Den Betreibern des Sterne-Restaurants „Nobelhart & Schmutzig“ in Mitte schmeckt das nicht, wie sie auf Instagram teilten (witzig!). Ein Gast hatte ihnen abgesagt, weil er erfahren haben will, dass Knipsen unerwünscht sei – während ein Food-Blogger Aufnahmen machen durfte.
Für Nahrungs-Nahaufnahmen fliege niemand raus, kommentierte „Nobelhart & Schmutzig“. Doch alle Gäste sollten sich wohlfühlen – ohne Sorge, von Fremden fotografiert zu werden. „Darüber hinaus möchten wir dich dazu inspirieren, das Telefon mal zur Seite zu legen, dich auf das Erlebnis bei uns einzulassen und ganz bei deiner Begleitung zu sein.“
Apps wie „Deal me now“ dagegen belohnen Kulinarik-Knipser sogar. Nutzer bekommen in ausgewählten Lokalen 50 Prozent Rabatt, wenn sie den Restaurantbesuch posten (und so Werbung machen). Einzige Voraussetzung: mindestens 300 echte Follower und ein öffentliches Instagram-Profil. Kein Wunder bei all dem Klicken und Swipen, dass heute nichts mehr so heiß gegessen wird, wie es gekocht wird.