Tipps für den Umgang mit Berlins Behördenpingpong
Berlins Behördenpingpong macht kreativ: Gestern haben wir an dieser Stelle die Geschichte von Joy und Erik geschildert, die einen Hochzeitstermin im August haben (Standesamt Charlottenburg) – allerdings bis August keinen Ausweisverlängerungstermin für Joy (wegen Corona) – was wiederum Voraussetzung für die Hochzeit ist. Lösungsvorschläge? Gab’s einige: Johannes-Thomas D. empfiehlt die Bürgeramtsseite „regelmäßig zu besuchen“ und „berlinweit zu suchen“, Anja G. ergänzt, das Browserfenster „alle paar Minuten neu zu laden“ – bei ihr gab’s nach einem halben Tag einen Termin. Charlotte S. schlägt vor, bei der zentralen Hotline (115) anzurufen. Jochen B. würde – in der Hoffnung, dass die MitarbeiterInnen „einsichtig sind“ – ohne Termin zu einem Bürgeramt gehen. Marcus Achtelik würde „bei Abweisung den Chef vom Bürgeramt kommen lassen“. Sara F. empfiehlt Schöneberg mit vier Ausrufezeichen, wo ein netter Türsteher „warte, warte“ gebrummelt hat, rein ging und mit einer Terminnummer wieder rauskam. Joana L. hat in Reinickendorf „sehr gute Erfahrungen damit gemacht, eine persönliche Mail an das zuständige Bürgeramt zu schreiben und die Dringlichkeit darzustellen“. Michael K. hat via Mail in den letzten zwei Wochen drei Termine beim Bürgeramt Weißensee bekommen. Barbara schreibt: „Das Bürgeramt in Heiligensee ist nett und flexibel.“ Bernd schreibt, sein Schwiegersohn „ist in Brandenburg gemeldet und hat dort kein Problem mit dem Bürgeramt“. Außerdem als Alternative empfohlen: Hochzeiten in Dänemark, Schweden, Los Angeles und Bayern.
Und was sagt Charlottenburg? Stadtrat Arne Herz verweist auf Checkpoint-Nachfrage auf die seit März bestehende Notfallhotline: 030/902915036, Mo 8-16 Uhr, Di 11-18 Uhr, Mi 8-13 Uhr, Do 10-18 Uhr, Fr. 8- 14 Uhr. MitarbeiterInnen würden das Anliegen umgehend prüfen, AnruferInnen ggf. schon einen Termin in der Folgewoche erhalten. Vielleicht reicht’s ja für ein Happy End. Wir zitieren an dieser Stelle hoffnungsvoll aus dem Kitschkalender: „Wo Liebe ist, wird das Unmögliche möglich.“ Vielleicht sogar in Berlin.