Berliner CDU sagt Jein: Strößenreuthers Engagement für und Evers Worte gegen den Volksentscheid
Vor der Abstimmung zeigt sich die Union überraschend uneins. Während Strößenreuther, Begründer der Klimaunion, für ein Ja wirbt, spricht sich der Generalsekretär deutlich dagegen aus. Von Margarethe Gallersdörfer.
Ein klares Jein kam von der Berliner CDU in den letzten Tagen zum Klima-Volksentscheid – zumindest, wenn man einige Positionspuzzlestücke zusammensetzt. Am 17. März erschienen Werbebanner im Tagesspiegel und der Berliner Zeitung. „Berlin ist für alle da. Auch für unsere Kinder! CDU-Wähler sagen JA zum Klimaschutz“ war dort zu lesen, mit Ankreuzhilfe für den Volksentscheid (zu sehen hier). Verantwortlich für den Aufruf war Heinrich Strößenreuther, Fahrradaktivist, Lobbyist, Freestyler, Tausendsassa, Gründer der „Klimaunion“ – und CDU-Mitglied. Die Werbung, richtet er „mit klimafreundlichen Grüßen“ aus, habe er „stellvertretend für viele andere, die auch so denken und wählen“ geschaltet. Die nötigen 10.000 Euro spendierten laut Strößenreuther „CDU-Wähler“. Wie viele CDU-Wähler braucht es wohl, um 10.000 Euro zusammen zu bekommen? Bitte nur falsche Antworten an checkpoint@tagesspiegel.de.
Anders sehen das die Amtsträger: Danny Freymark, umweltpolitischer Sprecher der CDU, beschrieb die Position der Berliner CDU am Dienstag als „wertschätzendes Nein“ und erklärte am Mittwochabend, umsetzen werde man den Volksentscheid aber bei entsprechendem Ergebnis. Im Abgeordnetenhaus erklärte CDU-Generalsekretär Stefan Evers gestern: „Ja zu mehr Klimaschutz, Nein zu einem Volksentscheid mit falschen Versprechen.“