Alles kaputt in der Schule am Bienwaldring: Schwere Mängel an Förderschule in Neukölln

Unbenutzbare Räume, defekter Aufzug und massive Sicherheitsmängel: Bei einem Ortsbesuch dokumentiert der Checkpoint den Zustand der Förderschule – die Schule plant einen Protest. Von Margarethe Gallersdörfer und Stefan Jacobs.

Alles kaputt in der Schule am Bienwaldring: Schwere Mängel an Förderschule in Neukölln
Foto: Margarethe Gallersdörfer

In einer idealen Welt werden für die Kinder, die am meisten Unterstützung brauchen, die besten Bedingungen geschaffen. Der Zustand der Neuköllner Schule am Bienwaldring, Förderschwerpunkt „Geistige Entwicklung“, schockiert allerdings, selbst wenn man mit der Realität an Berliner Schulen vertraut ist. Bei einem Ortsbesuch bestaunte der Checkpoint unter anderem:

+ einen unbenutzbaren Pflegeraum (Wasserrohrbruch Anfang 2025) – derzeit werden Schüler zum Teil im Klassenzimmer gewickelt

+ einen neuen, aber unbenutzbaren Außenaufzug (wartet seit 2020 auf Fertigstellung)

+ ein kaputtes Therapie-Schwimmbecken (geschlossen seit 2019)

+ unverkleidete Decken mit offenliegenden Kabelsträngen (seit 2019)

+ eine nicht rauchdichte Rauchschleuse im ersten Stock, in der im Brandfall bis zu 13 Kinder und Jugendliche, die einen Rollstuhl benutzen, auf die Feuerwehr warten sollen – weil der Außenaufzug nicht in Betrieb ist

+ eine Schulleitung sowie engagierte Pädagogen und Elternvertreter, die die Nase voll haben

 „Es wird bewusst in Kauf genommen, dass unsere Kinder einem vermeidbaren Risiko ausgesetzt sind“, sagt Schulleiterin Cornelia Philipp. „Ihre Persönlichkeitsrechte werden nicht gesehen und es wird ihnen nicht geholfen, ihren besonderen Bedürfnissen gerecht zu werden. Das ist ganz klar Diskriminierung.“

Dem Checkpoint teilte das für das Gebäude zuständige Bezirksamt mit, man bedauere den schlechten baulichen Zustand des Gebäudes und „setze alles daran, so schnell wie möglich und in enger Abstimmung mit der Schule die dringendsten Probleme zu beheben“. Unter anderem werde der Wickelraum nun bis zum Sommer saniert, und auch der Aufzug soll endlich fertiggestellt werden. Für die notwendigen neuen Elektroinstallationen werde derzeit eine Ausschreibung vorbereitet.

Zur Wahrheit gehört aber auch: Solche Versprechungen hören sie in der Schule am Bienwaldring seit Jahren. Um nicht wieder vergessen zu werden, plant die Schule am 10. Februar um 16.30 Uhr einen Protest vor dem Rathaus Neukölln – kurz bevor der Bildungsausschuss der Bezirksverordnetenversammlung tagt.