Lieber trocken lassen: Wie Herr Miethke in Berlin einen Baum gießen wollte
Mein neues Lieblingsthema: Bäume gießen in Zehlendorf. Aufmerksamen Lesern dürfen die ersten zwei Folgen dieser märchenhaften Reihe nicht entgangen sein. Unser Leser Herr Miethke kümmert sich seit einiger Zeit um ein Bäumchen vor seiner Tür, gießt mit Fleiß und extra ausgehobenem Gießring. Dann engagierte das Bezirksamt plötzlich eine Firma, die trockene Erde auf sein Werk schüttete. Auf Checkpoint-Anfrage schrieb man: Alles ein Missverständnis! Und beschwor dann: Bäume gießen erwünscht.
Nun rief also Herr Miethke, beschwingt durch diese gute Nachricht, beim Grünflächenamt an und holte sich eine trockene Abfuhr. So einfach sei das mit dem Gießen nicht, einige Bäume würden eben von Amts wegen bewässert. Gießringe? Nicht gestattet. Alle Baumscheiben müssten im Urzustand bleiben. Künftig wolle man ohnehin mit Gießsäcken – sie kommen noch mit? – wässern, sei da aber noch in der Planungsphase. „Ich bin mir sicher, die Abstimmung erfolgt spätestens nach Ende der Trockenheitsphase, Tschuldigung, -zeit“, schreibt Miethke. Wasser marsch, aber im Auge. Buhuhuhu.