Berlin gönnt sich ja sonst nichts: Die Kosten der S-Bahn drohen zu explodieren
Aus acht Milliarden Euro werden mal schnell 20 Milliarden. Und die Kosten der S-Bahn-Züge sind auch fast doppelt so teuer wie erwartet. Und wirklich schnell ist das Verfahren auch nicht. Von Stefan Jacobs
Um ein paar Jahre geht’s inzwischen bei der Ausschreibung von rund zwei Dritteln der Berliner S-Bahn. Das hochkomplexe, in Zugbeschaffung und Fahrbetrieb unterteilte Vergabeverfahren für die Stadtbahnlinien und die Nord-Süd-Strecken verzögert sich immer weiter, sodass wohl alte Züge ausrangiert werden müssen, bevor neue startklar sind. Außerdem steigen die Kosten ins Unermessliche, hat CP-Kollege Christian Latz erfahren: Statt avisierter 2,8 Milliarden Euro für den Kauf der Züge sind jetzt 5,4 Milliarden aufgerufen, für den Fahrbetrieb über 15 Jahre werden statt acht eher 20 Milliarden Euro fällig. Und auch die sind nur ein Zwischenstand, solange der französische Konkurrent Alstom weiter durch alle Instanzen gegen die für den Platzhirsch DB und dessen Waggonlieferanten Siemens/Stadler höchst attraktive Ausschreibung vorgeht.