Wird die Skalitzer Straße nach Margot Friedländer benannt?

Seid Menschen. Das Vermächtnis der kürzlich verstorbenen großen Berlinerin Margot Friedländer soll im Berliner Straßenbild weiterleben. Im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg mehren sich die Stimmen für eine Umbenennung der Skalitzer Straße nach ihrem Namen. In der Skalitzer Straße 32 in Kreuzberg lebte Friedländer, geborene Bendheim, mit ihrer Mutter Auguste und ihrem Bruder Ralph bis zum 20. Januar 1943, als die Gestapo kam. Die Nationalsozialisten deportierten Auguste und Ralph Bendheim ins Konzentrationslager Auschwitz und ermordeten sie. Margot Friedländer versteckte sich für 15 Monate in Berlin, bis sie im Frühjahr 1944 verraten und nach Theresienstadt deportiert wurde. Sie überlebte.

Vor dem ehemaligen Wohnhaus unweit des Görlitzer Bahnhofs erinnern seit einigen Jahren Stolpersteine an das Schicksal der Familie. Seit dem Tod Friedländers liegen dort Blumen, es brennen Kerzen, Menschen nehmen Abschied von Friedländer, die am 9. Mai im Alter von 103 Jahren starb. Bislang ist die Skalitzer Straße nach der Schlacht bei Skalitz im damaligen Böhmen 1866 benannt, als Preußen und Österreicher gegeneinander kämpften. Nach einer Umbenennungsfrist von fünf Jahren kann das Geschichte sein.