Diskussion um Holocaust-Aktionskunst: „Opfer werden entwürdigt und entmenschlicht“

Zum jüngsten Holocaust-Mahnmal äußert sich nun das American Jewish Committee: Die Asche von Überlebenden eigne „sich nicht für schiefe historische Vergleiche.“ Von Robert Ide

Diskussion um Holocaust-Aktionskunst: „Opfer werden entwürdigt und entmenschlicht“
Foto: Christophe Gateau/dpa

Das Zentrum für Politische Sensationslust hat wieder ein Mahnmal aufgebaut. Diesmal sollen in einer Art Stele vor dem Reichstag Bodenproben eingebracht worden sein, in denen sich auch Asche von Ermordeten des Naziregimes befinde. Sollte es sich dabei auch um die Asche ermordeter Juden handeln, hätten die Aktionskünstler für ihre aktionistische Kunst allerdings die Totenruhe gestört, kritisierte am Montagabend das American Jewish Committee. „Die Asche der Ermordeten eignet sich ebenso nicht für schiefe historische und politische Vergleiche. Die Opfer werden so nochmal entwürdigt und entmenschlicht.“ Auch das Internationale Auschwitz-Komitee zeigte sich „bestürzt“, dass die Gefühle von KZ-Überlebenden verletzt würden. Grünen-Politiker Volker Beck stellte Strafanzeige gegen die Aktionskünstler um Philipp Ruch. Der sollte unter diesen Umständen seine Kunstaktion vielleicht lieber rasch beerdigen.