Zahnärzte würden gerne testen und impfen

Trotz ihrer medizinischen Ausbildung dürfen sie die Pandemie nicht bekämpfen helfen: Zahnärzte. Vorschriften verhindern ihren Einsatz. Von Robert Ide.

Zahnärzte würden gerne testen und impfen
Foto: Robert Michael/picture alliance/dpa

Immer wieder impfindlich gestört wird der Kampf gegen das Corona-Virus von der komplizierten Impf- und der unkoordinierten Testkampagne. „Ich würde ja meine Patientinnen und Patienten gerne testen“, sagt etwa die Zahnärztin Karin Michaelis aus Prenzlauer Berg. Sie muss mit ihren Kolleginnen täglich in den Aerosolwolken geöffneter Münder herumbohren und kann zumindest selbst zu Testzwecken in ihrem eigenen Rachen bohren. Bei ihrer Kundschaft dürfte sie dies dagegen nur „im Rahmen der Beauftragung“ durch den Öffentlichen Gesundheitsdienst tun, und diese Beauftragung ist zwar möglich, aber selbstverständlich nicht unkompliziert – zudem müssten Betroffene den Test selbst bezahlen.

Michaelis, die seit 40 Jahren Zahnärztin ist und zu DDR-Zeiten in Bernau praktiziert hat, wundert sich über die großen Regularien im kleinen Ganzen. „In der DDR habe ich als Zahnärztin ja sogar geimpft“, erzählt sie lachend, aber heutzutage seien eben erst mal Haftungsfragen wichtiger. „Wenn eine stärkere Beteiligung beim Impfen gewünscht ist, wird die Zahnärzteschaft natürlich helfen“, bekräftigt auch die Bundeszahnärztekammer auf Checkpoint-Nachfrage. Bis dahin heißt es: Zähne zusammenbeißen.