Hönemann verlässt BER im September: Flughafensprecher redet vor dem Abschied über Erfolge, Herausforderungen und seinen Lieblingsplatz
Als Hönemann Kommunikationschef des BER wurde, war der Flughafen noch weit von der Eröffnung entfernt. Nun kündigt er seinen Weggang an und blickt zurück auf die vergangenen Jahre. Von Lorenz Maroldt.
Hannes Hönemann macht den Abflug – der Kommunikationschef der Flughafengesellschaft verlässt den BER. Als er dort im September 2017 anfing, war die Inbetriebnahme bereits sechsmal verschoben worden, der legendäre „Checkpoint Count Up“ zeigte 1917 Tage seit Nichteröffnung an – und die Türen funktionierten immer noch nicht. Bis zur Eröffnung sollten weitere 1156 Tage vergehen, auch Hönemann musste noch etliche schlechte Nachrichten überbringen.
Jetzt ist es für ihn „Zeit, etwas anderes zu machen“, wie Hönemann gestern dem Checkpoint sagte – er landet bei der Signa Real Estate Deutschland als Leiter der Kommunikation. Dort gibt‘s ja auch die eine oder andere Baustelle. Zum nahenden Abschied am 1. September teilt Hannes Hönemann mit dem Checkpoint ein paar Erinnerungen – und blickt zum Schluss nach vorne.
+ Ein Highlight: „Auf der Pressekonferenz der FBB mit Lauda Air neben Niki Lauda auf dem Podium gesessen zu haben.“
+ Ein sicheres Zeichen, wie besonders die Situation vor der Eröffnung war: „Zwei Veranstaltungen, die für sich genommen eine absolute Ausnahme für Unternehmen sind, finden gleichzeitig statt: Eine Sitzung des zweiten BER-Untersuchungsausschusses des Berliner Abgeordnetenhauses und eine Pressekonferenz nach einer Aufsichtsratssitzung.“
+ Eine Herausforderung: „Die Dübel haben uns den größten Teil des Jahres 2019 beschäftigt. Das Thema hatte keine faktische Grundlage und hätte in keinem anderen Gebäude der Welt funktioniert. Wir haben es mit freundlichen ausführlichen Erläuterungen und harten Dementis versucht, aber einige Wochen nichts weiter erreicht, als die Geschichte am Leben zu halten.“
+ Ein schöner Ort am BER: „Lounge Tempelhof an der äußersten südwestlichen Ecke des Terminal 1, an der das Mainpier Süd auf Pier Süd trifft (in der Abenddämmerung).“
+ Drei Erfolge: „Mit der Unternehmenskommunikation nicht weiter zu BER-Witzen beizutragen. Während der Vorbereitung der BER-Eröffnung mitten in der 2. Coronawelle niemanden aus dem Fenster geschmissen zu haben. Während der Vorbereitung der BER-Eröffnung nicht aus dem Fenster gesprungen zu sein.“
+ Warum Signa: „Große Bauprojekte werden in großen Städten immer heiß diskutiert, nicht nur in Berlin. Und Signa ist ein Unternehmen, dessen Bauprojekte besonders heiß diskutiert werden. Dazu beizutragen, dass Signa in diesen Debatten stärker vorkommt, ist eine sehr spannende Aufgabe.“