Was andere Städte bei der Verkehrswende richtig machen und Berlin falsch
Strenge Regeln für E-Scooter, Zehntausende Fahrrad-Parkplätze und „Superinseln“ ohne Autoverkehr: So funktioniert die Mobilitätswende in Amsterdam und Barcelona. Von Julius Betschka
Dies ist kein Plädoyer gegen die Verkehrswende. Im Gegenteil. Aber wenn man sich anschaut, wie es andere Städte machen, lässt sich feststellen, dass die Berliner Aufforderung zu wildem E-Scooter- und Auto-Durcheinander auf den Straßen bisher nirgends als Erfolgsrezept gepriesen wird. Schauen wir mal, was andere Städte so machen:
+ Amsterdam: viele Fahrradparkhäuser in der Stadt, E-Scooter-Verbot, vielfach Vorfahrt für Radfahrer, flächendeckend Tempo 30.
+ Paris: Hauptstraßen autofrei, Tempo 30, enge Regeln für E-Scooter, 60.000 neue Fahrradparkplätze, Entfernen von Autostellplätzen zugunsten von E-Scootern und Fahrrädern.
+ Barcelona: „Superinseln“ ohne Autoverkehr, grüne Achsen mit beruhigtem Verkehr, ein Fahrradbus für Grundschüler.
Übrigens stellt die Verkehrsverwaltung in Berlin auf Nachfrage meines Kollegen Christian Latz klar: In markierten Parkzonen darf ein wie auch immer geformtes Fahrzeug die ganze Fläche nutzen. Sie werden also aufgefordert, etwa mit drei E-Scootern den Platz für drei Transporter der Post zu blockieren. Gute Idee! Fantastisch! Oder baut man lieber dort genug klar abgetrennte Stellflächen für E-Scooter und Fahrräder, wo jetzt Autos stehen? Nur so ein Gedanke.