Hektische Wanderung am Gleis: Verärgerungen im Betriebsablauf der Deutschen Bahn
Falsche Anzeigen, hektisches Hin und Her, Verspätung, Last-Minute-Gleiswechsel, ausbleibende Durchsagen: Die Deutsche Bahn sorgt am Montagmorgen am Berliner Hauptbahnhof für Chaos. Von Anke Myrrhe.
Von grün zu grau: Altern ist bekanntlich nichts für Feiglinge – und Bahnfahren leider auch nicht. Die Szenen, die sich am Montagmorgen am Hauptbahnhof, Gleis 5/6, abspielten, taugten allerhöchstens für einen Auftritt bei Loriot (wenn’s nicht so traurig wäre). Der ICE 604 nach Köln war mit der bahnüblichen Verspätung von 15 Minuten angekündigt, hielt dann allerdings weitere fünf Minuten später auf dem gegenüberliegenden Gleis. Im Grunde kein Problem, wäre nicht die Wagenreihung auf dem Bahnsteig in genau umgekehrter Reihenfolge angezeigt worden wie auf dem Zug. Die hektischen Massen kämpften sich aneinander vorbei von B nach G, von A nach H, trafen sich in der Mitte des Bahnsteigs, Ellenbogen und Koffereinsatz inklusive.
Am Ziel angekommen allerdings Ernüchterung: Die Anzeige sprang wieder um auf die Reihung, die am Bahnsteig angezeigt worden war. Und die panische Wanderung begann wieder rückwärts. Einer verzweifelt dreinschauenden älteren Frau riet daraufhin der Schaffner, sie möge doch einfach so weit laufen, „wie sie es schaffe“. Vielleicht schafft die Bahn es beim nächsten Mal ja einfach eine Durchsage zu machen, dass sie nicht losfährt, bis alle auf ihren Plätzen sitzen?