Berliner geben zehntausende Anzeigen wegen Vermüllung auf – nur wenige Verfahren eingeleitet

Der Kummerkasten der Hauptstadt ist voll: Fast 123.000 Anliegen wurden im ersten Halbjahr 2025 über die Ordnungsamt-App gemeldet. Die Hälfte davon betrifft illegal entsorgte Abfälle. Aber nur für wenige Müllsünder gibt es Konsequenzen. Von Stefan Jacobs.

Berliner geben zehntausende Anzeigen wegen Vermüllung auf – nur wenige Verfahren eingeleitet
Foto: Imago / Imagebroker / Karl-Heinz Spremberg

Berlins Kummerkasten quillt über: Fast 123.000 Anliegen wurden im ersten Halbjahr über die Ordnungsamts-App gemeldet, zehn Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Die Hälfte der Meldungen (60.599) betraf illegal entsorgten Abfall. Dem gegenüber stehen 348 eingeleitete Verfahren gegen erwischte Müllsünder. Wahrscheinlich sind es ein paar mehr, aber mehrere Bezirke führen keine Statistik (Quelle: Anfragen Jan Lehmann und Tino Schopf, SPD). Appgeschlagen auf Platz zwei und drei der Meldungen folgen Falschparker (16.798) und Themen für die Straßenaufsicht (12.765). Den Betrieb der App hat sich das Land zuletzt knapp eine halbe Million Euro jährlich kosten lassen. In den kommenden zwei Jahren soll jeweils rund ein Drittel dieser Summe reichen, „da das Landesamt für Bürger- und Ordnungsangelegenheiten eine Umstellung von kostenintensiven Vor-Ort-Schulungen auf Schulungsvideos vornehmen wird“.