Jeden Abend bis zu 120 Leuchten: Berlin macht seine Lampen aus – manuell
Um Energie zu sparen, werden allen Denkmälern der Stadt die Scheinwerfer abends ausgeknipst. Das geht aber nicht automatisch, sondern Stück für Stück von Hand. Von Robert Ide
Ach ja, und abends Licht aus! Das gilt für bis zu 70 Prozent der Berliner Haushalte, die sich im Falle eines kompletten russischen Gas-Boykotts im Winter womöglich auf eine stundenweise Abstellung des Stroms einstellen müssten – falls die schlimmsten Notfallpläne des Senats eintreten (Hintergründe hier). Energiestaatssekretär Tino Schopf (SPD) bemüht sich, die Spannung etwas rauszunehmen: „Wir gehen nicht davon aus, dass es dazu kommt.“
Um schon jetzt Energie zu sparen, wurden allen Denkmälern der Stadt die Scheinwerfer ausgeknipst. Leicht war diese Erleuchtung nicht, denn Berlins Lichtschalter lassen sich nur per Hand ausstellen, wie die FDP moniert. Ein beauftragtes Elektrofachunternehmen musste demnach mit drei Kolonnen durch die Stadt fahren, um täglich bis zu 120 Leuchten manuell abzuklemmen. „Das erscheint im Zeitalter der Digitalisierung und ‚Smart Lighting‘ rückwärtsgewandt und nicht mehr zeitgemäß“, sagt FDP-Chef Sebastian Czaja dem Checkpoint. Nun soll das Abgeordnetenhaus mal bedenken, dass die Denkmale eine intelligente Lichtsteuerung und LED-Lampen bekommen. Damit Berlin kontrolliert ein Licht ausgeht.