„Fachlich nicht nachvollziehbar“: Berliner Senatorin Kiziltepe geht bei Integrationskurs-Reduzierung von Dobrindt auf Konfrontationskurs
Integrationssenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) ist nach dem Beschluss des Bundesinnenministers, das Angebot an Integrationskursen deutschlandweit einzudämmen, in Sorge. Sie fordert, den Zulassungsstopp für freiwillige Teilnahmen sofort zurückzunehmen. Von Margarethe Gallersdörfer und Sönke Matschurek.
Cansel Kiziltepe (SPD)ist auf Integrationskurs-Konfrontationskurs. In einem Brief hat Berlins Integrationssenatorin von Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) gefordert, den Zulassungsstopp für freiwillige Teilnahmen sofort zurückzunehmen. In dem Schreiben, das dem Checkpoint vorliegt, nennt Kiziltepe die Kürzungen „äußerst irritierend“ und „fachlich nicht nachvollziehbar“. Die Bedeutung von Sprachkompetenz für die Teilhabe an Gesellschaft und Arbeitsmarkt sei „Common Sense“, die Kurse für eine gelingende Integration „Dreh- und Angelpunkt“.
Kiziltepe befürchtet, Berlin wäre als Bundesland, in dem überdurchschnittlich viele Menschen mit Deutsch-Sprachlernbedarf ankommen, vom erschwerten Kurszugang besonders betroffen. „Ein vielfaches Absinken des Sprachniveaus ist zu erwarten.“ Zudem verweist sie auf den „insgesamt höheren bürokratischen Aufwand für die Verwaltung“ und warnt davor, die Entscheidung könnte kleinere Kursträger in die Insolvenz treiben.