Eklat an der HU: Pro-Palästina-Aktivisten stören Diskussionsrunde mit israelischer Richterin
Bestimmt wurde der gestrige Tag erneut von der Frage, wie Berlins Hochschulen mit dem Streit um den Nahostkonflikt innerhalb der Studierendenschaft umgehen. Am frühen Abend störten pro-palästinensische Aktivisten an der Humboldt-Universität eine hochkarätig besetzte Diskussionsrunde.
Hintergrund: Auf dem Podium saß Daphne Barak-Erez, Richterin am Israels Oberstem Gerichtshof und Kritikerin von Benjamin Netanjahu. Aber so viel Differenzierung war den Protestlern offenbar nicht möglich. Wegen anhaltender, lauter Rufe musste die Veranstaltung vorläufig abgebrochen werden. Erst mit einiger Verzögerung konnte das Panel noch stattfinden. Es sei „beschämend gegenüber den Gästen“, sagte HU-Präsidentin Julia von Blumenthal dem Checkpoint.
Wie aufgeheizt die Stimmung ist, zeigte sich wenige Stunden zuvor auch an der FU. Teilnehmer einer Pro-Palästina-Demo und Gegendemonstranten gerieten verbal aneinander. Zum Angriff auf den FU-Studenten Lahav Shapira fiel der Sprecherin des „Palästina-Komitees“ vor allem ein, dass sie nicht auf dem Uni-Gelände geschehen sei.