Kitastreik in Berlin: Betroffener Vater äußert sich

Ab Montag beginnt eine lange Streikphase der Erzieher und Erzieherinnen. Betroffene berufstätige Eltern sind ratlos und kritisieren Verdi dafür, nicht offen mit ihnen zu kommunizieren. Von Margarethe Gallersdörfer

Kitastreik in Berlin: Betroffener Vater äußert sich
Foto: Britta Pedersen/dpa

Klar ist auch, dass Eltern sich jetzt schon was überlegen müssen für den Fall, dass der Streik wie von Verdi geplant am Montag beginnt. Benjamin Nickel ist betroffener Vater und berichtet von der unmöglichen Situation, in der nicht nur seine Familie gerade steckt:

„Unsere fünfjährige Tochter geht in Charlottenburg in eine städtische Kita. Meine Frau und ich sind beide voll berufstätig. Ich werde mit der Kleinen in der nächsten Woche 400 Kilometer weit zu meinen Eltern fahren, damit ihre Betreuung sichergestellt ist. Zwar hat der Kitaträger zuletzt in Aussicht gestellt, dass es vielleicht wahrscheinlich doch nur am Freitag zu Einschränkungen kommt, doch es ist uns zu unsicher. Vorher hieß es in den Medien, es gebe nicht mal eine Notbetreuung.

Wir haben den Eindruck, dass dieser Streik auf unserem Rücken ausgetragen wird. Sollen wir als Eltern am Ende selbst auf die Straße gehen für die Ziele der Gewerkschaft? Das grenzt an Erpressung. Wir haben schon vorher Warnstreiks mit vielen Ausfällen abfedern müssen und wissen nicht: Wie geht das weiter? Ende des vergangenen bis Anfang dieses Jahres gab es eine hohe Solidarität von Eltern. Jeder versteht, dass der Verdienst der Kita-Beschäftigten steigen muss und ihre Arbeitsbelastung extrem hoch ist. Doch dieses Verständnis ist verloren gegangen, weil keine empathische Kommunikation der Gewerkschaft über dieses Thema mit Eltern mehr stattfindet.“