Coronavirus – Antworten auf Leserfragen
40 Fragen rund um das Coronavirus haben wir bereits geklärt. Drei weitere wurden noch von Ihnen ins Checkpoint-Postfach geschickt – und vom Wissenschaftskollegen Sascha Karberg beantwortet (danke dafür!).
1) Wie hoch ist die Ansteckungsgefahr im Schwimmbecken? Dass man sich im Schwimmbad infiziert, ist aus zwei Gründen unwahrscheinlich: Zum einen ist die Wassermaße ein guter Verdünnungsfaktor. Zum anderen wird das Wasser im Schwimmbad chloriert, was Bakterien und die meisten Viren abtötet. Es gibt keine Hinweise, dass das nicht auch für Coronaviren gilt. Aber: Ein Schwimmbad ist genauso ein öffentlicher Ort, wo Menschen Griffe und Flächen anfassen, husten, niesen. Hier gelten also die gleichen Vorsichtsmaßnahmen wie sonst auch. Außerdem ist die Luft feucht, das mögen Viren.
2) Ist es sinnvoll Wollhandschuhe im Tiefkühlfach einzufrieren, statt sie zu waschen (weil dann die Viren sterben)? Studien zur Kältewirkung gibt es zum Coronavirus bisher noch nicht – allerdings zu Sars und Mers und da hat Kälte eher einen lebensverlängernden Effekt! Besser: Handschuhe möglichst warm waschen oder in den Trockner. Trockenheit in Verbindung mit Wärme reduziert die Lebensdauer der Viren.
3) Ist es gut, schlecht oder egal, wenn ich gerade die reguläre Wintergrippe überstanden habe? Das ist gut! Je mehr Leute die Grippe nicht kriegen, umso mehr Betten sind in den Kliniken für die Covid-Fälle frei. Außerdem hat man zur Herdenimmunität beigetragen und sich (Kreuzimmunität) womöglich auch gegen ein paar andere Viren gewappnet.
Der Virologe Prof. Dr. Christian Drosten spricht heute an der Freien Universität über aktuelle Erkenntnisse. Sein öffentlicher Vortrag „Wissenschaftliche Fakten zum Coronavirus“ startet um 10 Uhr (in englischer Sprache) am Institut für Pflanzenphysiologie und Mikrobiologie (Elisabeth-Schiemann-Hörsaal, Königin-Luise-Straße 12-16). Der Eintritt ist frei.