Berlin, die Stau-Hauptstadt Deutschlands
Bleiben wir beim Thema Stillstand und kommen zu Berlins neuestem Titel: Deutschlands Stau-Hauptstadt. Ganze 154 Stunden verbringen Autofahrende hier durchschnittlich im zähfließenden Verkehr. Die Macher der Studie (Verkehrsdatenanbieter Inrix) sagen: „Es ist wahrscheinlich, dass Berlins weitläufigere Bebauung und die Folgen der Teilung zu einer größeren Abhängigkeit vom Auto im Vergleich zu anderen deutschen Städten geführt haben.“ Henner Schmidt, infrastrukturpolitischer Sprecher der FDP-Fraktion, sagt: „Eine zentrale Baustellenkoordination bei der VLB, eine digitale Verkehrslenkung, die schnelle Realisierung des Weiterbaus der A100 und der TVO, eine zügige Beseitigung der Engpässe im ÖPNV und innovative Konzepte für den Pendler- und Wirtschaftsverkehr könnten die Verkehrslage in Berlin deutlich verbessern.“ Und wir verweisen an dieser Stelle einfach mal wieder auf den Koalitionsvertrag (Seite 39): „Im Stadtentwicklungsplan Verkehr wird der Beitrag der Projekte zum Ziel der klimaneutralen Stadt Berlin 2050 als qualifiziertes Bewertungskriterium berücksichtigt. Vorrang für den Umweltverbund bedeutet auch Umverteilung des Straßenraums zugunsten des ÖPNVs, des Rad- und Fußverkehrs.“
Übrigens: Florian Kutzner (Mobilitätsexperte & Sozialpsychologe an der Uni Heidelberg) kommentiert das „Stauthema“ wie folgt: „Die Zeit, die man mit dem Pendeln verbringt, ist mit die unglücklichste Zeit, die man im Leben hat.“Sollte mal wieder die Frage aufploppen, warum Berlin beim Glücksatlas schlecht abschneidet …wäre jetzt geklärt.