Nach Attentat in Sydney: Kai Wegner trauert um die Opfer am Bondi Beach
Der Angriff auf Chanukka-Feiernde in Sydney erschüttert auch Berlin: Wegner betont, Antisemitismus müsse dringend bekämpft werden. Ebenfalls findet Donnerstag ein multireligiöses Gedenken statt. Von Margarethe Gallersdörfer und Sönke Matschurek.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) wird heute Mittag gemeinsam mit Rabbiner Yehuda Teichtal die dritte Chanukka-Kerze entzünden. Hoffentlich klappt es mit der Kommunikation heute besser: Mehrere Stunden nach dem furchtbaren Angriff auf Chanukka-Feiernde im australischen Sydney mit mindestens 16 Toten hatte Wegners Account auf Instagram einen frohgemuten (und ziemlich generischen) Post abgesetzt. „Chanukka Sameach! Wir wünschen allen Jüdinnen und Juden ein friedvolles und besinnliches Lichterfest“. Zum Terrorangriff kein Wort.
„Ich bin voller Trauer und meine Anteilnahme gilt den Familien und Freunden der Toten und Verletzten“, sagte Wegner dann am Montag dem Checkpoint. „Wir alle sind gefordert. Wir alle müssen etwas tun gegen den weltweit zunehmenden Antisemitismus.“ Man müsse „mit der ganzen Härte unseres Rechtsstaates“ dagegen vorgehen.
Zum multireligiösen Gedenken an die Opfer des Attentats laden am Donnerstag der Rabbiner Andreas Nachama, Imam Kadir Sanci und die Pfarrerin Marion Gardei von der Stiftung „House of One“ ein: 17.30 Uhr in der Berliner Gedächtniskirche am Breitscheidplatz. „Die Nachricht hat mich sehr getroffen. Menschen, Familien, die gemeinsam den Beginn eines freudigen Anlasses, des Chanukka-Fests, feiern wollten, werden Opfer von ziel- und sinnlosem Hass“, teilte Imam Sanci zu dem Attentat mit. Rabbiner Nachama sagte, die Tat sei Antisemitismus. „Es ist aber auch eine Feindschaft mit unseren Werten und unserer Zivilisation. Ob Menschen diese Werte teilen, hängt nicht von ihrer Religion oder ihrer Herkunft ab. Das zeigt die mutige und selbstlose Tat des muslimischen Familienvaters, der einen der Schützen in Sydney überwältigt hatte und selbst schwer verletzt wurde.“