Angst vor Corona: Ehrenamtliche Ärzte stellen Arbeit ein
Viele der Mediziner gehören Risikogruppen an, werden aber noch nicht geimpft. Ihr Rückzug bedeutet ein Problem für bedürftige Menschen. Von Lorenz Maroldt.
Der „Malteser Migranten Medizin“, einem senatsgeförderten Vorzeigeprojekt zur kostenlosen Behandlung von Menschen ohne Krankenversicherung, laufen die ehrenamtlichen Ärzte weg – die meisten von ihnen gehören wegen ihres Alters selbst zur Risikogruppe und haben Angst vor einer Ansteckung, weil sie nicht vorrangig geimpft werden. Nach Checkpoint-Informationen fehlen u.a. zwei von vier Kinderärzten, zwei von fünf Gynäkologinnen, drei von sechs Allgemeinmedizinern sowie alle Zahnärzte. Die meisten Mediziner sind älter als 65.
Eine Gynäkologin sagte dem Checkpoint gestern: „Dem Senat ist das Thema bekannt, aber es gibt keine Bewegung. Wir mögen unsere Arbeit ja, die ist notwendig und sinnstiftend. Aber jetzt läuft es darauf hinaus, dass die Menschen, die sonst zu uns kommen, medizinisch nicht mehr versorgt werden können.“ In einer Mail hatte die Leitung den Ärztinnen mitgeteilt, dass sie die Senatsverwaltung auf die besondere Situation aufmerksam habe („schwierige Kommunikation, Patienten mit erhöhtem Risikoprofil etc.“), aber: „Eine Rückmeldung steht dabei noch aus.“