„Geschirrstreit“ in Berliner Senat: Antidiskriminierungsstelle fühlt sich diskriminiert

Berlins Behörden geraten in einen absurden Kleinkrieg. Die LADS und die Justizverwaltung streiten über Geschirr, Räume und Technik – und die Spannungen im geteilten Gebäude nehmen weiter zu. Von Margarethe Gallersdörfer.

„Geschirrstreit“ in Berliner Senat: Antidiskriminierungsstelle fühlt sich diskriminiert
Credit: Imago / Schöning

Falls Sie sich Sorgen machen, dass unser Senat zu hart arbeitet: Für interne Kleinkriege ist offenbar noch genug Zeit. Bitte sehr: Die Landesantidiskriminierungsstelle ist inzwischen Teil der Antidiskriminierungsverwaltung. Aus Platzgründen teilt sie sich bis heute das Haus mit der Justizverwaltung – zu der sie früher gehörte. Dort macht sie laut einem Mitarbeiter, der sich beim Checkpoint gemeldet hat, nun wohl seit zweieinhalb Jahren ganz eigene Erfahrungen mit Diskriminierung.

Demnach darf die LADS Drucker und Papier der Justizverwaltung nicht mitnutzen – deshalb stehen in einem Raum nun zwei baugleiche Exemplare nebeneinander, einer für die Justiz, einer für die LADS. Raumbuchungen stehen unter Vorbehalt und können von der Justizverwaltungkurzfristig rückgängig machen. Vor wenigen Tagen dann standen LADS-Mitarbeiter in einer Teeküche plötzlich vor verschlossenen Schränken. Botschaft: Besorgt Euch selbst Geschirr! „Da sind Hunderte Gläser drin“, empört sich unsere Quelle. Er selbst habe inzwischen von seinem eigenen Geld vier Geschirrsets besorgt, um in seinem Büro Gäste anständig versorgen zu können – und habe Termine wegen der unsicheren Raumsituation auch schon mal im Café um die Ecke abgehalten.

Aus Kreisen der Antidiskriminierungsverwaltung ist zu hören, die Behandlung der LADS durch die Justizverwaltung sei schon Thema zahlreicher Treffen zwischen beiden Behörden gewesen. Justizsenatorin Felor Badenberg (CDU) soll die Situation sogar in der vergangenen Senatssitzung angesprochen haben, bald könnte auch der Hauptpersonalrat einbezogen werden. Eine Checkpoint-Anfrage jedenfalls entfachte einen Orkan im weggeschlossenen Wasserglas. Eine Sprecherin der Senatorin giftete: „Wie es scheint, hat sich SenASGIVA nun dafür entschieden, den ,Geschirrstreit‘ in die Öffentlichkeit zu tragen.“ Weiter wird mitgeteilt, die Antidiskriminierungsverwaltung (SenASGIVA) sei „für die Ausstattung ihrer Beschäftigten mit Büro- und sonstigen Materialien zuständig“, man habe „aus kollegialen Gründen die Möglichkeit eingeräumt“, Gesprächsräume mitzunutzen. „Darüber hinaus stellt die SenJustV anlassbezogen auch Wassergläser zur Verfügung.“

Schön. Fragt sich nur, ob Berlin noch alle Tassen im Schrank hat.