Die Jüngste war 14, die Älteste 90: Berlin erreicht Höchststand bei Drogentoten
In Berlin starben letztes Jahr 294 Menschen an den Folgen vom Drogenkonsum. Das Durchschnittsalter betrug 41 Jahre, das größte Problem: Mischkonsum mit Arzneimitteln, laut Polizei. Von Ann-Kathrin Hipp.
Von einer „pandemischen Dynamik“ (einzelne Ausbrüche, neue Substanzen, schnelle Verbreitung, lückenhafte Datenlage und ein System, das zu träge ist, um rechtzeitig zu reagieren) sprach der Bundesdrogenbeauftragte Hendrik Streeck (CDU), als er am Montag die Zahl der Drogentoten im Jahr 2024 vorstellte. Während bundesweit weniger Menschen an den Folgen des Konsums starben, erreichte Berlin mit 294 Todesfällen einen neuen Höchststand. Eine Checkpoint-Nachfrage bei der Polizei zeigt: Bei den Verstorbenen handelt es sich um 234 Männer und 60 Frauen. Das Durchschnittsalter betrug 41 Jahre, die Jüngste war 14, die Älteste 90.
Das größte Problem: Mischkonsum. Demnach starben 217 Personen durch unterschiedliche illegale Betäubungsmittel in Verbindung mit Arzneimitteln, darunter am häufigsten Kokain, Heroin und Amphetamin bzw. -derivate. „Hinzu kommt die wachsende Verbreitung synthetischer Substanzen sowie ein erleichterter Zugang über das Internet und Chatgruppen“, ergänzt die Gesundheitsverwaltung auf Anfrage. An einem von Streeck geforderten „systematischen, flächendeckenden Monitoring- und Warnsystem, das schnell erkennt, welche Substanzen auf dem Markt zirkulieren“ arbeite Berlin bereits. Bis dahin beobachte man die Entwicklung „sehr genau“.