Wir bleiben in der Coronavirus-Zeit in Verbindung

Wir hören uns auch jetzt. Und können auch Zuhause Kultur genießen - digital. Ein Apell und ein paar Empfehlungen. Aus dem Checkpoint-Newsletter. Von Julius Betschka

Wir bleiben in der Coronavirus-Zeit in Verbindung
Foto: Cecilia Fabiano/LaPresse/AP/dpa

Digital ist besser. So lautet der erste Albumtitel der eh tollen (allerdings) Hamburger Band Tocotronic, es ist andererseits das Gebot dieser (Krisen-)Zeit. Draußen im Betondschungel wird in den kommenden Tagen, wahrscheinlich Wochen wenig zu tun sein. Isolation Berlin (gibt's, klar, auch als Band). Auf soziale Kontakte sollen wir verzichten, das hat die Bundeskanzlerin gesagt, uns räumlich voneinander lösen. Ja, das stimmt. Aber in der nicht-mehr-analogen Welt eben auch nur so halb. Die Möglichkeiten miteinander zu kommunizieren, sind so vielfältig wie die Quarantäne-Playliste einiger Berliner Coronavirus-Verdachtsfälle, die sich ihren Humor behalten haben. In Italien klappt das mit der Kommunikation sogar, trotz Isolation, ganz analog: die Menschen stehen auf Balkonen und singen Volkslieder miteinander - gegen den Quarantäne-Blues. Und wir wissen ja: auch Kreuzberger Nächte können lang werden. Zur Not machen wir es miteinander wie der Berliner Welt-Pianist Igor Levit nun abends: per Live-Video.

Gehen Sie am Wochenende mal digital raus, wenn es Ihnen gefällt. Meine Kollegin Birgit Rieger zeigt Ihnen in ihrem Kunst-Newsletter schon den richtigen https://-Pfad. Zum Beispiel mit Alexander Iskin, der seit Februar live vor der Kamera eine Ausstellung vorbereitet. Oder interessiert Sie die 15.000 Tüten-Instagram-Ausstellung von Tobias Sadecki? Chef-Denker Bazon Brock siniert bereits darüber, wie wir die verordnete Isolation produktiv nutzen können. Übrigens: Isaac Newton hat im Home Office (damals war Pest in London) fleißig an der Gravitationstheorie geforscht, schreibt die Washington Post. Lassen Sie uns zusammen das Beste aus dieser schwierigen Zeit machen. Haben Sie weitere (analoge oder digitale) Tipps für die kommenden Wochen? Bitte gern an checkpoint@tagesspiegel.de.