Aus pink wird grau: Berlins Platz 2 der „Top Murals“ ist weg
Es galt als „spannendes Projekt“ und Berliner Sehenswürdigkeit. Nun ist der „Leviathan“ am Watergate-Club in Kreuzberg der Revitalisierung des Gebäudes zum Opfer gefallen. Von Lorenz Maroldt und Lotte Buschenhagen
Bei „Visit Berlin“, dem offiziellen Stadtvermarkter, wird das riesige Wandgemälde „Pink Man“ (auch „Leviathan“ genannt) in der Kreuzberger Falckensteinstraße am Watergate-Club noch auf Platz 2 der „Top Murals“ geführt und den Touristen als „spannendes Projekt“ für einen Ausflug empfohlen. Im echten Leben ist es verschwunden – überpinselt von der Eigentümerin, der Gesellschaft Victoria-Mühlenwerke. Die teilte uns dazu gestern mit:
„Im Zuge der Revitalisierung des Gebäudes müssen wir hohe Anforderungen hinsichtlich der energetischen Sanierung erfüllen.“ Aufgrund des Gebäudeenergiegesetzes habe an der Grenzwand im Dezember eine Dämmung aufgetragen werden müssen. „Gerne hatten wir unsere Fassade seit 2007 der Kunst zur Verfügung gestellt und dafür Sorge getragen, den ‚Pink Man’ 16 Jahre zu erhalten.“
In dem kurzen Video bekommen Sie einen Eindruck der Veränderung über den Vorher-Nachher-Vergleich – und wir erinnern bei dieser Gelegenheit noch einmal an die Weissagung der Cree (sinngemäße Übersetzung): „Erst wenn das letzte Bild übermalt, die letzte Wand gedämmt und das letzte Feld bebaut ist, werdet Ihr feststellen, dass Berlin auch nur ein Bezirk von Posemuckel geworden ist.“ (Mit einem Dank an Alexandra Murphy für den Hinweis).