Rund 28.000 freie Kitaplätze in Berlin: Kita in Kreuzberg sucht per Aushang neue Vorschulkinder

In Kreuzberg sucht die Kita „Krümelmonster“ dringend nach Vorschulkindern – mittlerweile sogar per Aushang. Ein Zeichen für den deutlichen Rückgang der Kitabelegungen in Berlin. Von Margarethe Gallersdörfer.

Rund 28.000 freie Kitaplätze in Berlin: Kita in Kreuzberg sucht per Aushang neue Vorschulkinder
Foto: dpa / Monika Skolimowska

Rund 28.000 Kitaplätze sind in Berlin derzeit ungefähr noch frei – das macht sich auch an den Einrichtungen bemerkbar. Die Kita Krümelmonster in Kreuzberg zum Beispiel sucht gerade per Aushang noch Kinder für das Vorschulangebot in einer ihrer drei Einrichtungen. Eine direkte Folge? Ja, erklärt Vorständin Ulrike Casselmann am Checkpoint-Telefon: „Wir haben zum neuen Kitajahr nicht mehr so viele Anfragen bekommen wie gewohnt.“ Hinzu kämen Abmeldungen, weil Familien wegzögen – zumindest an ihren Kitas innerhalb Berlins, berichtet Casselmann. 15 Kinder stark ist die Gruppe bisher, sechs zusätzliche Krümelmonster wünschen sie sich dort noch.

Doch ob die sich noch finden? Ende September schickte das Jugendamt Friedrichshain-Kreuzberg eine Mail an alle Kitaträger im Bezirk, aus der deutlich wird, wie plötzlich der Kinderschwund sich bemerkbar macht: „Noch zum Ende des Kitajahres, am 30.06.2024, schienen die Tagesbetreuungsangebote gut ausgelastet“, heißt es darin. „Von den 14.500 Plätzen, welche Sie als Kitaträger anboten, waren 13.947 (…) als vertraglich belegt registriert.“ Bei 287 betrachteten Kitas also etwas weniger als durchschnittlich zwei freie Plätze pro Kita.

Zum Beginn des neuen Kitajahres sei die Situation aber erstmals deutlich anders, heißt es weiter:

+ „Viele Einrichtungen meldeten dem Jugendamt freie Plätze.“
+ „Die Anzahl der Familien, welche das Jugendamt um Unterstützung bei der Kitaplatzsuche baten, nahm deutlich ab.“
+ „Die Familien finden mehrheitlich eigenständig einen Kitaplatz und können teilweise sogar zwischen unterschiedlichen Angeboten auswählen.“

Die unmittelbaren Folgen: Das Jugendamt will

+ auf die monatliche Platzabfrage bei den freien Trägern verzichten
+ auf seiner Internetseite wieder Hinweise geben, wie Eltern ihr Wunsch- und Wahlrecht wahrnehmen können (noch nicht passiert, soweit wir sehen)
+ den Trägern „mitteilen, für welche Kinder es nach wie vor besonders herausfordernd ist, eine gute Förderung zu gewährleisten. Die Sozialarbeiterinnen im Familienservicebüro (…) werden diese Familien und die aufnehmenden Kitas intensiver als bisher begleiten können.“