Berliner CDU will Wahlwiederholung: Welche Rolle spielt Mario Czaja?
Zahlenspiele. Zumindest in der Berliner CDU. Dort bereitet man sich schon auf eine umfassende Wahlwiederholung vor. Anlass zur Freude gibt den Unionern (nicht denen, den anderen!) wohl auch die aktuelle politische Tabelle: CDU 21 (+3), Grüne 21 (+2), SPD 18 (-3), Linke 11 (-3), AfD 9 (+1), FDP 7 (-0,1). Das ergab eine repräsentative Umfrage von „Civey“ im Auftrag des Tagesspiegel. CDU-Landes- und Fraktionschef Kai Wegner läuft sich öffentlich und semi-öffentlich schon warm für neue politische Bündnisse. Was mit einem knochenkonservativen CDU-Landesverband in Hessen geklappt hat, muss doch auch in Berlin möglich sein: Schwarz-Grün oder vice versa. Nur heißt einer von Berlins Grünen-Fraktionschefs Werner Graf und eben nicht Tarek Al-Wazir oder gar Kretschmann (der Kreuzbergs Grünen eher als Schreckgespenst taugt). Eines eint Graf und Wegner aber zumindest: ihre Hertha-Leidenschaft.
Dann wäre da noch: Mario Czaja. Der Generalsekretär der Bundes-CDU und Nicht-Intimus von Wegner begibt sich zuletzt auffällig häufig wieder hinab in die Berliner Landespolitik. Jetzt kritisiert Czaja Berlins Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) und wirft ihr „Horrorszenarien“ vor, weil sie das kurzzeitige Abschalten der Stromversorgung für „vertretbar“ erklärte. Etwas eint ja Giffey und Czaja: Beide haben den Weg aus der Bundespolitik zurück aufs Berliner Parkett gesucht. Für die Abteilung Attacke ist in der Bundes-CDU offensichtlich Parteichef Merz selbst zuständig (siehe: Zitat des Tages). Sein Partei-General hat es aber ohnehin nicht so mit dem professionellen Kämpfen: 1997 folgte Czaja zweimal seiner Einberufung zur Bundeswehr nicht, musste 2000 Euro Strafe zahlen, wie jetzt die SZ herauskramte. Käme in Berlin sicher gut an, die Geschichte.