Chaos durch Quarantäne-Anordnung: Jede Schule macht jetzt eigene Regeln

Nach wie vor ist unklar, welche Quarantäneregeln nun für Schulen oder Kitas gelten. Die Schulen verschicken Elternbriefe nach Gefühl. Drei Beispiele. Von Julius Betschka.

Chaos durch Quarantäne-Anordnung: Jede Schule macht jetzt eigene Regeln
Foto: Kay Nietfeld/dpa

An den Schulen sorgte diese Fehlkommunikation am Montag für: Chaos. Die Leitungen fühlten sich überrumpelt, schickten verzweifelte Elternbriefe. Drei Schreiben, drei Bezirke, drei komplett unterschiedliche Regeln:

+ „Liebe Eltern, zurzeit verändern sich die Verordnungen so schnell, dass es zu Missverständnissen kommen kann. Die Presse meldet ein Aussetzen der Quarantänepflicht für Kontaktpersonen. Diese muss jedoch erst in Verordnungen umgesetzt werden. Zurzeit gilt bei uns noch die Quarantänepflicht. Sie bekommen in diesem Fall ein „Verweisschreiben“ für den Arbeitgeber. Ein PCR-Test ist nicht mehr vorgesehen. (Grundschule in Moabit)

+ Liebe Eltern, die neue Test-to-stay-Strategie bedeutet für Sie: Bei positivem Schnelltest-Ergebnis wird das positive Kind nach Hause geschickt (…). Nach wie vor ist hier ein PCR-Test erforderlich. (…) Die engen Kontaktpersonen werden nicht in Quarantäne geschickt. (Schule in Zehlendorf)

+ Sehr geehrte Eltern, positiv getestete Schülerinnen und Schüler gehen in Quarantäne. Ein PCR-Test ist nicht mehr erforderlich. (…) Auf Anordnung des Gesundheitsamtes werden Kontaktpersonen nicht mehr in Quarantäne geschickt. (Grundschule in Reinickendorf)

Eine wunderbare Vielfalt, ein echtes Berliner Multitesti. Eine Checkpoint-Leserin schreibt: „Das Wochenende haben wir damit verbracht, herauszufinden, was nun gilt. Auf der Webseite der Bildungsverwaltung wurde die Übersicht zur Quarantäne am 21.1.22 aktualisiert, wonach unser Kind in Quarantäne muss.“ Das ist übrigens der Tag, nachdem die ersten Bezirke die Schulen über die Abschaffung eben jener Kontaktpersonen-Quarantäne informiert hatten – und vier Tage nachdem die Bildungsverwaltung selbst darüber informiert wurde. Jahr zwei der Pandemie.