Mindestabstand bei Fußball-EM aufgehoben
Ausverkaufte Arena, keine Abstands- und Maskenpflicht: Die Pläne der Uefa stoßen auf Kritik. Ein Tanz auf der Goldenen Fußballklinge? Ein Kommentar von Robert Ide.
Die Superspreader-EM, bisher an wechselnden Spielorten in verschiedenen Corona-Risikogebieten ausgetragen, findet ab heute nur noch im Londoner Wembley-Stadion statt. Trotz Protesten selbst in England sollen von nun an 60.000 Fußballfans ohne Maske dicht an dicht die Ausbreitung der Delta-Variante feiern können. Die beim Eintritt vorzulegenden Tests der angereisten Zuschauer dürfen bis zu 48 Stunden alt sein und waren deshalb schon in der Vergangenheit vielfach fehlerhaft (via „Deutsche Welle“). Negativ eingestufte Fans stellten sich hinterher als positiv heraus.
Auch der Mindestabstand von einem Meter wurde vom Fußballverband Uefa in Abstimmung mit der britischen Regierung aufgehoben. Stattdessen heißt es jetzt in den aktualisierten Stadionregeln (nachzulesen hier): „Halte Abstand von anderen, wo es möglich ist.“ Wo nicht, wird Europa heute live im Fernsehen sehen. Der Tanz auf der Goldenen Fußballklinge wird verkauft als wissenschaftlich begleiteter Modellversuch, wie sich Großveranstaltungen auf das Infektionsgeschehen auswirken. Oder besser gesagt: wie schnell.