Was der Senat über seine Mitarbeitenden weiß

Der parteilose Abgeordnete erkundigte sich nach dem Anteil von Urberlinern und Grünäugigen in der Verwaltung. Der Senat reagierte trocken. Von Lorenz Maroldt.

Was der Senat über seine Mitarbeitenden weiß
Foto: Jörg Carstensen/dpa

Das wäre natürlich nicht nötig gewesen, wenn bei der Auswahl der Angestellten (und der Verteilung auf die Dienststellen) eine Zweimeter-Quote beachtet worden wäre. Aber was weiß der Senat schon über seine Leute? Nichts, wie sich gerade herausgestellt hat. Denn in der offensichtlichen Absicht, den Plan einer „Migrantenquote“ zu persiflieren, nervte der Rekordfragesteller Marcel „Lunte“ Luthe (fraktionslos, Ex-FDP) soeben den Senat mit der Bitte um schriftliche Auskunft zu folgenden Punkten:

+ Anteil gebürtiger Berliner in der Verwaltung
+ Anteil von Urberlinern (Abstammung bis 3. Generation)
+ Anteil Ü55 bei Ersteinstellung
+ Anteil von Personen mit der Augenfarbe Grün
+ Anteil von Personen unter 160 cm
+ Anteil von Personen über 200 cm

Und was sagt dazu der Senat? „Die Beantwortung der Fragen ist mangels verfügbarer Daten nicht möglich.“ Wobei an einem Tag wie Rosenmontag gegenüber einem gebürtigen Nordrhein-Westfalen ja auch ganz andere Antworten okay gewesen wären (z.B. „Jung, do häs ne Ratsch em Kappes“).

Ob Luthe nach der nächsten Wahl noch dabei ist? Falls nicht: Es müssten jede Menge Kapazitäten frei werden in der Verwaltung, die heute allein mit der Beantwortung seiner Fragen gut beschäftigt ist – 1.228 sind in der Parlamentsdokumentation für die laufende Legislaturperiode bisher von ihm registriert (und da ist die nach den grünen Augen noch nicht mitgezählt).