Mann fährt jeden Tag sein Huhn spazieren
In Berlin gibt es viele schräge Vögel. Zum Beispiel den hier: Andreas Skersies kutschiert seine Glucke mehrmals täglich mit dem Fahrrad durch den Gleisdreieckpark. Von Anke Myrrhe
Pop, Stolizei, wollte ich gestern erst rufen, als plötzlich im Gleisdreieckpark ein Huhn an mir vorbeifuhr. Ja: fuhr! Stolz thronend auf einem Fahrradkörbchen machte Huhn mit Halter am nördlichen Ende des Parks Halt, der Mann holte den Klappstuhl raus und sah dem Huhn entspannt im Nieselregen beim Klee-Picken zu. Er drehe hier täglich seine Runden, erzählte Andreas Skersies, der Klappstuhlmann, das Huhn brauche schließlich Auslauf. Er hat seine „Süße“, ganz einfach, bei Ebay-Kleinanzeigen erstanden, „ein Mobbing-Opfer. Hühner können untereinander sehr grausam sein.“ Er habe das Huhn da rausgeholt und das Huhn ihn aus seiner Depression. „Wir haben uns quasi gegenseitig gerettet“, sagte Skersies. Und plötzlich gibt es für beide: Kein schönerer Land.