Wegen antisemitischer Äußerungen: CDU-Fraktion will Berlinale-Förderung streichen – so reagiert die SPD

Nach antisemitischen Äußerungen bei der Berlinale fordert CDU-Fraktionschef Dirk Stettner den Förderstopp. Die Vizefraktionschefin der SPD hält dagegen und verteidigt die Filmfestspiele. Von Anke Myrrhe.

Wegen antisemitischer Äußerungen: CDU-Fraktion will Berlinale-Förderung streichen – so reagiert die SPD
Foto: dpa / Elisa Schu

Weil nicht alles glänzt auf der Berlinale, will CDU-Fraktionschef Dirk Stettner gleich die gesamte Förderung streichen (wieder was gespart!). Nach den antisemitischen Äußerungen des Regisseurs Jun Li am Samstag sagte Stettner, die Berlinale sei zwar „als tolerante, glänzende, in die Welt ausstrahlende Veranstaltung sehr unterstützungswürdig“, aber: „Eine Selbstbeweihräucherung von Halb- oder Ganz-Antisemiten mit Applaus des Publikums unter dem Mantel der Kunst- und Meinungsfreiheit brauche ich in Berlin nicht und sie soll auch keinen Cent Berliner Geld erhalten.“ (Q: BZ).

Und wie sieht das die Regierungspartnerin? Wir haben SPD-Fraktionschef Raed Saleh gefragt, geantwortet hat Vizefraktionschefin Melanie Kühnemann-Grunow. Das Fehlverhalten müsse zweifelsfrei verfolgt und geahndet werden. Doch mit der Forderung, die Berlinale-Finanzierung zu streichen, „schießt der Kollege Dirk Stettner wieder einmal über das Ziel hinaus und schadet damit der Filmhauptstadt Berlin.“ Das Land hat die diesjährige Berlinale mit einer Million Euro bezuschusst.