Schade eigentlich
Apropos Streik: Rund 3000 Lehrerinnen und Lehrer gingen gestern nicht ins Klassenzimmer, sondern auf die Straße (zumindest zwei Drittel von ihnen). Weil er auf den Abiturtag fiel, gab’s so viel Streit um den Streik, dass gestern zwei weitere prominente Vertreter aus der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ausgetreten sind: Der Leiter der Sportschule am Olympiapark, Matthias Rösner, und die frühere Bildungssenatorin Sybille Volkholz (Grüne) – nach 50 Jahren in der GEW.
Das Ziel der kleineren Klassen finden im Grunde alle richtig – aber derzeit derart unrealistisch, dass der Streik als überzogen interpretiert wird. „Bei uns an der Schule hat niemand gestreikt“, erzählte eine Lehrerin gestern dem Checkpoint. „Schade eigentlich, denn kleinere Klassen sind eigentlich das wichtigste Thema.“ Allerdings sei gerade so viel Stress zwischen den Prüfungen, außerdem falle dauernd Unterricht aus, weil irgendjemand krank sei. „Deswegen bin ich lieber in der Schule: Ich bin froh, wenn überhaupt mal Unterricht stattfindet.“