Schwimmunterricht fällt ins Wasser
„Es ist in dieser Stadt unmöglich, Kindern das Schwimmen beizubringen“, schreibt Checkpoint-Leser Bernhard Kaiser zu unserer Meldung über Berlins hohe Zahl an Nichtschwimmern (CP am Mittwoch): Sein Sohn besuche den „sogenannten Pflichtunterricht im Schwimmen“ in der dritten Klasse. Unterrichtet werde allerdings selten: Oft seien Lehrer krank, seit etlichen Wochen nun die Schwimmhalle am Sachsendamm geschlossen, Ausweichmöglichkeiten gebe es nicht. Die Bronze-Prüfung seines Sohns sei daher ins Wasser gefallen, der Frust groß. Auch private Bemühungen seien bisher gescheitert: Schwimmschulen und Vereine seien überlaufen. „Wieso kriegt es Berlin nicht hin, wenigstens ein Bad pro Bezirk offenzuhalten und für das Schulschwimmen zu reservieren?“, fragt er.
Um der Frage auf den Beckengrund zu gehen, haben wir die Berliner Bäderbetriebe gefragt. Dort heißt es: „Bei längeren Schließzeiten wird stets eine Lösung gefunden; bei kurzfristigen Einschränkungen wie bei Havarien sind schon mal Ausfälle möglich.“ Letzteres Schicksal ereilte die Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg am Sachsendamm. Für die betroffenen Schulen gebe es deshalb Ausweichzeiten in anderen Hallen. Allerdings ist eine davon, das Stadtbad Lankwitz, ab nächster Woche ebenfalls für Wartungsarbeiten dicht.