Verdacht gegen Hönicke konkretisiert
Seit heute dürfte es das geringste Problem von Kevin Hönicke sein, dass wir ihn hier gestern aus Versehen als „Ex-Stadtrat“ bezeichnet haben. Bisher ist er lediglich freigestellt, wir bitten für das „Ex“ um Entschuldigung. Allerdings könnte dieses „Ex“ dem Titel bald offiziell hinzugefügt werden: Nach Checkpoint-Informationen geht die Staatsanwaltschaft dem Verdacht nach, dass der SPD-Politiker kurz vor der Wiederholungswahl 2023 anonym Briefe verschickt hat, um den damaligen Bezirksbürgermeister Michael Grunst zu diskreditieren. Ein solches Schreiben ging auch in unserer Redaktion ein. Dem Brief beigefügt waren interne Mails von Lichtenberger Beamten über ein angebliches Sexualdelikt in der Bezirksverwaltung. Grunst sollte offenbar als zögerlich dargestellt werden. Letztlich bestätigte sich das vorgeworfene Sexualdelikt nicht. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Hönicke wegen des Verrats von Dienstgeheimnissen. Eine Spur auf dem Schreiben soll nach Checkpoint-Informationen auf ihn zurückzuführen sein.
Hönicke bestreitet die Vorwürfe, will sich zu dem Schreiben aber nicht konkret äußern. Anfang der Woche hatten sich 14 Bezirksstadträte aus der SPD mit Hönicke solidarisiert und dessen Freistellung kritisiert.