Schlappe für Giffey in Neuköllner SPD

Sie möchte Regierende werden – aber ausgerechnet ihr Heimatbezirk verpasst der SPD-Politikerin einen Dämpfer. Giffeys Wunsch-Duo für den Kreisvorsitz fiel durch. Von Lorenz Maroldt

Schlappe für Giffey in Neuköllner SPD
Foto: imago images/IPON

Bei unserer Müller-Umfrage vergangene Woche im CP meinten 75 Prozent: „Genug ist genug“. Doch auch seine wahrscheinliche Nachfolgerin Franziska Giffey tut sich schwer – jedenfalls auf Funktionärsebene der eigenen Partei, und das besonders in ihrem Heimatbezirk Neukölln, den sie bis 2018 selbst anführte: Bei der Delegiertenversammlung düpierte die Parteilinke den eigenen Bürgermeister Martin Hikel, der, unterstützt von Giffey, gemeinsam mit Katrin Stoye den Kreisvorsitz übernehmen wollte. Denn der bisherige Vorsitzende, Giffeys Ministeriums-Referent Severin Fischer, war gegen die Stimmen der Linken nicht mehr zu halten. Doch aus Giffeys Wunsch-Duo wurde nichts: Die Delegierten gaben der Linksaußen-Kandidatin Mirjam Blumenthal mehr Stimmen als Stoye, Hikel zog frustriert zurück. Damit sind die Machtverhältnisse im Bezirk klar, und Giffey steht vor der nächsten Niederlage: Sie hat Ex-Kulturstaatssekretär Tim Renner als Neuköllner Bundestagkandidaten vorgeschlagen – doch die neue Kreisvorsitzende Blumenthal unterstützt Hakan Demir, den Gegenkandidaten der Neuköllner SPD-Linken.