„Für unser Gewerbe wäre das tödlich“: Berliner Schaustellerverband kritisiert mögliche Bebauung des Zentralen Festplatzes

Wird der Zentrale Festplatz im Wedding doch mit 2000 Wohnungen bebaut? Entgegen einem SPD-Wahlversprechen? Der Schaustellerverband fürchtet um seine Existenz. Von Daniel Böldt

„Für unser Gewerbe wäre das tödlich“: Berliner Schaustellerverband kritisiert mögliche Bebauung des Zentralen Festplatzes
Entstehen hier doch 2000 neue Wohnungen - entgegen dem Wahlversprechen der SPD? Foto: Imago/Jürgen Ritter

Von der Straße auf den Platz: Im Wahlkampf hatte Berlins SPD-Chefin Franziska Giffey noch versprochen, dass der Zentrale Festplatz im Wedding den Berliner Schaustellern erhalten bleibt. Jetzt will ihre Partei dort doch bis zu 2000 Wohnungen bauen lassen – ein entsprechender Antrag auf dem SPD-Parteitag fand vor anderthalb Wochen eine Mehrheit. Der Koalitionspartner CDU verweist darauf, dass eine Bebauung erst infrage komme, wenn eine geeignete Ausweichfläche gefunden und ertüchtigtwurde. Und die Schausteller selbst?
Die sind von der ganzen Debatte ziemlich genervt. „Für unser Gewerbe wäre das tödlich“, sagte Michael Roden, Vorsitzender des Schaustellerverbandes Berlin, am Checkpoint-Telefon. „Einen vergleichbaren Platz wird es nicht geben.“ Roden verweist auf die gewachsene Infrastruktur des Zentralen Festplatzes, die man in der dicht bebauten Stadt so nicht wieder herstellen könne. Immerhin: Der Vertrag zur Nutzung des Zentralen Festplatzes läuft noch bis 2028. Und Roden kündigt schon mal an: „Wir werden kämpfen, um weiter hierzubleiben.“