Keine Ahnung, wer krank ist: Berliner Bezirk hat keinen Überblick über Personalausfälle
Der Krankenstand variiert in den Bezirken zurzeit zwischen zehn und 30 Prozent. In Mitte soll die Auswertung nach eigenen Angaben aber nicht einmal möglich sein. Von Ann-Kathrin Hipp
Kann man „überlastet“ steigern? „Die Pandemie und die aktuellen Inzidenzen sind im Begriff, die öffentliche Verwaltung auch jenseits der Pandemiebekämpfung lahmzulegen“, schreibt Jochen Biedermann, Stadtrat und stllv. Bürgermeister in Neukölln. Eine Abfrage in allen zwölf Bezirken zeigt: Noch variiert der Krankenstand zwischen zehn und 30 Prozent – zumindest da, wo er überhaupt erfasst wird. Dem Bezirksamt Mitte etwa ist eine entsprechende Auswertung „aus strukturellen und technischen Gründen“ nicht möglich. Die begehrten Informationen würden „ausschließlich“ von der Senatsverwaltung für Finanzen ermittelt und bereitgestellt; der letzte Bericht liege für September 2021 seit dem 25.11.2021 vor. Behörden-Ping! Fragen wir doch gleich mal die Finanzverwaltung: „Die Auswertungen der Statistikstelle Personal beruhen auf Sekundärdaten“, heißt es da. Und: „Wie das Bezirksamt Mitte selbst mitteilt, hat es seinen letzten Bericht an die Senatsverwaltung für Finanzen ja am 25. November übermittelt.“ Pong. Berlin weiß, dass es nicht weiß.