#metoo: Vorwürfe gegen Dieter Wedel
Fast ebenso schnell brachten die #metoo-Berichte zahlreicher Frauen und Männer Hollywood-Größen zu Fall – am prominentesten Harvey Weinstein und Kevin Spacey. Nun gibt es auch hierzulande erstmals Schauspielerinnen, die schwere Vorwürfe erheben – und zwar gegen Regisseur Dieter Wedel. Im "Zeit-Magazin", das heute erscheint, berichten die ehemaligen Schauspielerinnen Jany Tempel und Patricia Thielemann, wie sie von Wedel im Bademantel im Hotelzimmer empfangen, bedrängt und, im Fall Tempels, sogar zum Sex gezwungen worden seien.
Auch ehemalige Mitarbeiter berichten, er habe eine Schauspielerin, die nicht mit ihm schlafen wollte, am Set fertiggemacht. Wedel bestreitet die Vorwürfe. Die ganze Geschichte können Sie hier lesen (kostenpflichtig).
Auslöser für die Frauen, nach so langer Zeit nun an die Öffentlichkeit zu gehen, war laut Zeitmagazin übrigens, dass Wedel sich zur #metoo-Debatte zu Wort gemeldet hatte mit dem Satz: „Auch Männer sind Übergriffen ausgesetzt. Als ich ans Theater kam, wurde ich immer für schwul gehalten. Homosexuelle Regisseure und Schauspieler haben mich mächtig unter Druck gesetzt. Aber ich habe nicht nachgegeben. Und ich bin auch nicht gebrochen worden.“ Jany Tempel und Patricia Thielemann (ebenso wie eine dritte, anonyme Person) arbeiten heute nicht mehr als Schauspielerinnen. Thielemann führt erfolgreich ein Yoga-Studio und ist Kolumnistin des Tagesspiegels. Alle drei sagen, sie hätten nach dem Erlebnis mit Dieter Wedel nicht mehr so weitermachen können wie zuvor. Das gilt hoffentlich auch für Dieter Wedel selbst.