„Viel mehr ist hier noch nicht los“: Unterdurchschnittlich wenig Andrang auf der reparierten U2 in Berlin

Die Stimmung der Fahrgäste am Alex ist berlinerisch ungerührt. Verkäuferin Madleen bestätigt: Trotz Wiedereröffnung der U-Bahn-Station seien bisher nicht mehr Leute vorbeigekommen. Von Robert Ide und Thomas Lippold

„Viel mehr ist hier noch nicht los“: Unterdurchschnittlich wenig Andrang auf der reparierten U2 in Berlin
Madleen aus Marzahn, die in der Berliner U-Bahn-Station Brötchen und Kaffee verkauft. Foto: Robert Ide/Tagesspiegel

Los geht die wilde Fahrt! Mit einer unglaublichen Durchsage: Nächster Halt – Alexanderplatz. Nach zehneinhalb Monaten fährt Berlins wichtigste Linie U2 wieder regulär durch. Das konnten so wenige Menschen glauben, dass am Montag kaum welche zu finden waren, die mit der U-Bahn ohne Umsteigen anreisten, um am Alex die „Danke“-Müsliriegel der BVG entgegenzunehmen und mit eigenen Augen zu sehen, dass Berlins bekanntester Platz weiterhin mehr Stein als Sein ist.

„Viel mehr als sonst ist hier noch nicht los“, erzählt Madleen aus Marzahn beim Checkpoint-Zwischenstopp. Die junge Frau verkauft Brötchen und Kaffee in der U-Bahn-Station, die früher im täglichen Gewusel von 100.000 Menschen immer kurz vorm Platzen war – bis dann die verpatzte Hochhausbaustelle des Konzerns Covivio durch die Tunneldecke hereinplatzte. Nun lebt die legendäre Ost-West-Linie wieder. Doch abgesehen vom Jubel der BVG („The U2 is finally back“) und dem stillen Lächeln der wenigen Fahrgäste blieb die Stimmung am Premierentag berlinerisch ungerührt.

Mehr Leute kamen nicht vorbei, um bei Madleen Brötchen zu kaufen. Und: „Die einen sind freundlich wie immer, andere unfreundlich wie immer.“ Madleen selbst kommt täglich mit der Straßenbahn zur Arbeit, „das ist einfacher“. Es dauert wohl noch etwas, bis Berlin wieder freiwillig in den Untergrund geht.