Für ein bisschen weniger Dreck in Berlin: Senat gründet Taubenschlag gegen zu viele Tauben
Der Senat widmet sich nun dem Taubenmanagement. Die Anzahl von fast 20.000 in Berlin lebenden Vögeln soll mittels Arbeitsgruppen „tierschutzgerecht und nachhaltig“ reduziert werden. Von Robert Ide
Bevor alle wieder aufgeregt auseinanderfliegen, landen wir hier mit einer exklusiven Nachricht. Der Senat will sein Wahlversprechen einer sauberen Stadt erfüllen (Berlinerinnen und Berliner wissen, was damit gemeint ist: ab und zu etwas weniger Dreck) und macht sich deshalb an die „Konzeption eines berlinweiten Taubenmanagements“. In einem Brief der für Tierschutz verantwortlichen Justizverwaltung an die Bezirksbürgermeisterinnen und Bezirksbürgermeister heißt es zur Begründung: „Ziel ist es, die Taubenpopulation zu reduzieren“, und zwar „tierschutzgerecht und nachhaltig“.
In Berlin sollen laut der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft etwa 17.000 bis 19.000 Tauben herumschwirren. Aber wie vertreibt man die Tiere am besten tierschutzgerecht? Na klar, durch Menschengruppen. Diese haben sich schon vor dem Projektstart vermehrt wie die Tauben in den Stadtparks. Ab Mitte September sollen sich zur Taubenaustreibung folgende Arbeitsgruppen treffen:
- Betreute Taubenschläge
- Tierschutzkonforme Vergrämung und tierschutzkonformes Bauen
- Weitere Maßnahmen zur Bestandskontrolle und -regulation
- Klärung rechtlicher Fragen
- Öffentlichkeitsarbeit.
In all diesen Projektgruppen sollen dann Mitarbeitende der Justizverwaltung, der Umweltverwaltung, der Bauverwaltung, aus den Bezirken und externe Expertinnen und Experten beraten. Und nicht nur das: „Eine Bildung von Unterprojektgruppen kann bei Bedarf erfolgen.“
Na, da geht es ja zu wie im Taubenschlag. „Die vielen Arbeitsgruppen und Unterarbeitsgruppen sehen nicht danach aus, als würde es bald Lösungen geben“, sagt Treptow-Köpenicks Bezirksbürgermeister Oliver Igel (SPD) dem Checkpoint. Er selbst sehe die Sache mit den Stadtvögeln ja nicht so problematisch, „weil Igel und Tauben in Berlin gut zusammenleben können“. Er besuche regelmäßig den örtlichen Taubenzüchterverein „Falke 05“, erkenne aber auch, dass der zunehmende Vogeldreck von vielen als Problem angesehen würde. Und so schlägt Igel ganz pragmatisch vor: „Für uns in Treptow-Köpenick wäre eine rasche finanzielle Unterstützung für Einrichtung und Betreuung eines Taubenschlags wichtig.“ Hier könnten sich einträchtig Tauben tümmlern und Menschen tummeln.