Kein Tankrabatt für Trabis: Höhere Benzinpreise schlugen auch zu DDR-Zeiten aufs Volksgemüt
Volkseigen hin, volkeigen her – die Mineralölkonzerne machten verlässlich einen Reibach. Das zeigt auch ein Blick in die „Lausitzer Rundschau“ von 1990. Von Robert Ide.
Früher war alles besser? Von wegen, wie eine Meldung aus der „Lausitzer Rundschau“ vom 11. August 1990 zeigt (gefunden vom Berliner Historiker Jens Schöne). Darin wird über höhere Benzinpreise berichtet, die schon der untergehenden DDR zu schaffen machten: „Das Amt für Wettbewerbsschutz der DDR hat am Freitag die Minol Mineralölhandel AG aufgefordert, die Erhöhung der Benzinpreise an den Tankstellen zu begründen. Nach Auffassung des Amtes hat sich der Konflikt am Golf nicht auf die Abgabepreise ausgewirkt.“
Tja, schon damals machten sich Mineralölkonzerne nach Ausbruch eines Krieges ihre öligen Taschen voll, selbst wenn diese kurz zuvor noch angeblich volkseigen waren. Einen Tankrabatt für Trabis gab’s damals allerdings nicht. Aber auch keine FDP als Protestpartei der Besserverdienenden in der Regierung.