Immer Ärger mit „Allris 3“: Alte Software gefährdet Arbeit der Berliner Bezirksparlamente

Das Programm der zwölf BVV läuft Ende des Jahres aus, ein Update ist noch nicht beauftragt. In Berlin streiten Senatskanzlei und Bezirke über Zuständigkeit und Kosten. Von Valentin Petri.

Immer Ärger mit „Allris 3“: Alte Software gefährdet Arbeit der Berliner Bezirksparlamente
Foto: IMAGO / Steinach

Bleiben wir bei der eigentlichen Großbaustelle der Stadt: Digitalisierung. Die zwölf Bezirksverordnetenversammlungen (BVV) arbeiten beispielsweise mit dem veralteten Programm „Allris 3“, ohne das gar nichts geht, vom Antrag bis zum Sitzungskalender. Ende des Jahres läuft der Support aus, doch ein Update wurde bisher nicht bestellt – auch weil Senatskanzlei und Bezirke noch streiten, wer verantwortlich ist. Und wer zahlen soll.

Spandau soll die neue Version zuerst ausrollen und rechnet mit Kosten von mehr als 100.000 Euro. „So viel Geld haben die anderen Bezirke nicht in ihren Haushalt eingestellt“, sagt Jelisaweta Kamm (Grüne), Vorsteherin der BVV-Mitte. Es sei kaum zu schaffen, bis Jahresende alle BVVen auf „Allris 4“ umzustellen. Nach den Bezirkswahlen im September fange man quasi von vorn an.

Und die Senatskanzlei? Hofft, dass der Softwarehersteller sein Versprechen hält, die alte Programmversion auch im nächsten Jahr noch nutzen zu können. Verbuchen wir vorerst unter Dauerbaustelle.