Kein Raum für „Dienstliches, Journalistisches, Politisches“: Berliner Sommerfeste von Politik und Justiz versprechen große Partystimmung
Sommerloch isch over – jetzt wird gefeiert! Zumindest, wenn man den Ankündigungen von Berliner CDU und vereinigten Staatsanwälten glauben kann. „Ungezwungene Atmosphäre“ inklusive. Von Margarethe Gallersdörfer
Brauchen wir überhaupt noch Clubs? (Ja.) Politische Sommerfeste sind die geilsten Partys! Zumindest, wenn man den Einladungen glauben darf: „Jahresempfänge der CDU-Fraktion Berlin sind immer etwas Besonderes“, wurde gestern in meinem Postfach behauptet. Das „Universal Druckluft Orchester“ stellte sich denn auch nicht als launige Fraktions-Umbenennung heraus, sondern als einer von gleich drei Musik-Acts, die dort aufspielen sollen. Wir sind gespannt!
Nachhaltiger verstörend hingegen die Sommerfesteinladung der Vereinigung Berliner Staatsanwälte. „In ungezwungener Atmosphäre“ austauschen wolle man sich, und: „Mit Blick auf die früheren Jahre dürfen wir uns der Hoffnung hingeben, dass dabei Dienstliches, Journalistisches und Politisches wenig und bestenfalls gar keinen Raum findet!“ Seit gut einem Monat habe ich diese Mail, es lässt mir keine Ruhe: Worüber redet man dann den ganzen Abend? Anders gefragt: Was genau passiert auf diesen Festen? Themenvorschläge und Erfahrungsberichte bitte an checkpoint@tagesspiegel.de.