Berliner Bezirke brauchen mehr Geld für Parkpflege – auch wegen Vermüllung
Die Hauptstadt sitzt schon auf dem Trockenen, bevor der Sommer richtig begonnen hat. Die Instandhaltung ihrer Parks wird deshalb zunehmend aufwändiger. Da kommen „nicht verantwortbare Kürzungen“ bei den Grünflächenämtern eher ungelegen. Von Robert Ide und Christoph Papenhausen.
Grünen wird’s nicht mehr. In den Parks der Stadt sitzt Berlin schon auf dem Trockenen, bevor der Sommer richtig angefangen hat. Angesichts des ramponierten Stadtgrüns warnen nun die Bezirke vor „nicht verantwortbaren Kürzungen“ bei den Grünflächenämtern, die die Bäume und Grünanlagen verantworten. „In diesem Bereich drohen im kommenden Doppelhaushalt Einsparungen, obwohl die Mittel schon im laufenden Haushalt nicht reichen“, sagt Neuköllns Stadtrat Jochen Biedermann (Grüne) dem Checkpoint. „Der alte Satz ‚Grün wächst von alleine‘ stimmte noch nie, aber heute weniger denn je.“
Hätten früher drei Jahre Entwicklungspflege für neu gepflanzte Bäume gereicht, brauche es heute zehn Jahre, um sie groß zu bekommen. Zudem entwickelten ältere Bäume wegen des Trockenstresses viel mehr Totholz als früher, das beseitigt werden muss, damit es niemanden beim nächsten Sturm erschlägt. Zudem müsse man die Grünanlagen in diesem Jahr so früh im Sommer wässern wie noch nie. „Das alles kostet Geld“, stellt Biermann trocken fest.
Zusätzlich zu Buche schlagen die zunehmende Übernutzung und Vermüllung der Parks. So beziffert das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg die jährlichen Reinigungskosten für den Volkspark Friedrichshain mit inzwischen 107.000 Euro. Auch der Humboldthain am Gesundbrunnen leidet unter Vandalismus und Unrat. „Gerade in den Sommermonaten ist das Müllaufkommen beachtlich“, berichtet Julia Mösch vom Bezirksamt Mitte. „Es werden zusätzlich zu den vorhandenen Mülleimern dann drei Kubikmeter große Absetzcontainer aufgestellt, die nach einem Wochenende auch voll sind.“
Der Bedarf für die Pflege der Berliner Parks jedenfalls wächst schneller als das Grün selbst. In Neukölln fehlen für den Erhalt der grünen Infrastruktur laut Bezirksamt drei bis vier Millionen Euro pro Jahr. Und auf die Frage, wie viel Personal aktuell in Pankow zur Herrichtung der Parks fehlt, antwortet das Grünflächenamt knapp, aber deutlich: „Derzeit sind 88 zusätzliche Stellen angemeldet.“ So schnell wächst auch hier nichts nach.